Traumatherapie in Wien und online: traumafokussierte KVT
Traumafokussierte KVT und schematherapeutische Traumabehandlung – in 1060 Wien und online.
Einzelgespräch · 50 Minuten · 150 €
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Ein Geräusch, eine Nachricht oder ein bestimmter Ort kann eine heftige Reaktion auslösen, obwohl die belastende Situation längst vorbei ist. Manche Menschen erleben ungewollte Erinnerungen, andere vermeiden immer mehr Situationen oder kommen kaum noch zur Ruhe. Wieder andere fühlen sich über längere Zeit abgeschnitten von sich selbst und von anderen. Solche Beschwerden verdienen eine genaue Abklärung. Der Begriff „Trauma“ allein erklärt noch nicht, was vorliegt und welche Behandlung passt.
In meiner Praxis in 1060 Wien und online biete ich traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (KVT) sowie Traumabehandlung mit schematherapeutischen Konzepten an. Emotional Freedom Techniques (EFT, Klopfakupressur) können ergänzend eingesetzt werden; die begrenztere Forschungsgrundlage erläutere ich unten.
Traumatherapie ist ein Oberbegriff für die psychotherapeutische Behandlung von Traumafolgen. Dazu gehören unterschiedliche Vorgehensweisen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen allgemeiner Unterstützung nach einer Belastung und einer gezielten Behandlung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Verhaltenstherapie bietet dafür spezifische traumafokussierte Verfahren. Eine allgemeine verhaltenstherapeutische Behandlung ist damit jedoch nicht automatisch gleichzusetzen.
Kurz gesagt
Nicht jedes belastende Erlebnis führt zu einer Traumafolgestörung. Ob eine PTBS oder eine andere behandlungsbedürftige Schwierigkeit vorliegt, wird im fachlichen Gespräch geklärt. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR gehören zu den leitliniengestützten Behandlungen bei PTBS. Vorgehen, Tempo und Setting müssen zur Person passen. Ein reguläres Online-Erstgespräch dient der Abklärung und ersetzt keine akute Krisenversorgung.
Inhalt und Orientierung
- Was bedeutet psychisches Trauma?
- Welche Symptome können auf eine PTBS hinweisen?
- Was sind Trigger und Flashbacks?
- Welche Verfahren gehören zur Traumatherapie?
- Was empfehlen Leitlinien?
- Wie kann eine Behandlung aufgebaut sein?
- Muss ich beim ersten Gespräch alles erzählen?
- Welche Rolle spielt Vermeidung?
- Traumatherapie online oder in einer Praxis?
- Meine Arbeitsweise bei Traumafolgen
- Häufige Fragen zur Traumatherapie
- Quellen und Einordnung
Was bedeutet psychisches Trauma?
Im klinischen Zusammenhang geht es um Ereignisse von außergewöhnlicher Bedrohung oder schrecklichem Ausmaß und um die Reaktionen darauf. Dabei sind das Ereignis, das persönliche Erleben und eine mögliche spätere Störung voneinander zu unterscheiden. Eine starke Belastung ist nicht automatisch eine PTBS. Umgekehrt muss jemand seine Beschwerden nicht erst mit anderen vergleichen, bevor Unterstützung berechtigt ist.
Ein belastender Arbeitsplatz, eine Trennung und eine lebensbedrohliche Gewalterfahrung können jeweils erhebliche Folgen haben. Sie sind diagnostisch dennoch nicht ohne Weiteres gleichzusetzen. Für die Behandlungsplanung ist diese Genauigkeit hilfreich: Sie soll zu einer passenden Versorgung führen und keine Rangfolge darüber erzeugen, wessen Leiden „schlimm genug“ ist.
Wenn Sie unsicher sind, müssen Sie Ihre Geschichte für eine erste Anfrage nicht detailliert aufschreiben. Eine kurze Beschreibung der aktuellen Schwierigkeiten genügt als Ausgangspunkt. Welche Informationen für die Abklärung nötig sind, lässt sich im geschützten Gespräch klären.
Welche Symptome können auf eine PTBS hinweisen?
Typische Bereiche sind ungewolltes Wiedererleben, das Vermeiden von Erinnerungsreizen und ein anhaltendes Gefühl gegenwärtiger Bedrohung. Dazu können etwa Albträume, starke Wachsamkeit oder erhöhte Schreckhaftigkeit gehören. Die genaue Diagnose berücksichtigt auch Dauer, Beeinträchtigung und den Zusammenhang mit dem Ereignis. Österreichisches Gesundheitsportal: diagnostische Abklärung
Ein einzelnes Symptom beweist keine PTBS. Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe und emotionale Leere kommen auch bei anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen vor. Zur Abklärung gehört deshalb die Frage, was bereits vor der Belastung bestand und was sich danach verändert hat.
Bei komplexen Traumafolgen können zusätzlich erhebliche Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen, ein anhaltend negatives Selbstbild und Probleme in Beziehungen im Vordergrund stehen. Auch hier braucht es eine sorgfältige Einordnung. Eine Internetliste kann helfen, Worte für Beschwerden zu finden; sie ersetzt keine Diagnose. Oxford Health NHS: komplexe PTBS
Was sind Trigger und Flashbacks?
Ein Trigger ist ein Auslöser, der mit einer belastenden Erfahrung verknüpft sein kann. Das kann ein Geruch, ein Ton, eine Körperempfindung oder eine zwischenmenschliche Situation sein. Nicht jeder Auslöser ist bewusst bekannt. Eine starke Reaktion kann deshalb zunächst unverständlich erscheinen.
Bei einem Flashback kann sich eine Erinnerung so gegenwärtig anfühlen, als geschehe etwas erneut. Davon zu unterscheiden sind Erinnerungen, die zwar schmerzhaft sind, bei denen der Bezug zur Gegenwart aber erhalten bleibt. Für die Behandlung ist wichtig, diese Unterschiede zu beschreiben, statt alle unangenehmen Gedanken als Flashbacks zu bezeichnen.
Ein konstruiertes Beispiel: Nach einem Verkehrsunfall löst das Quietschen von Bremsen Herzklopfen und ein inneres Bild aus. Die Person meidet anschließend immer mehr Wege. Eine mögliche therapeutische Frage lautet, welche Reize Erinnerungen aktivieren und welche Vermeidung den Alltag einschränkt. Vor eigenständigen Übungen braucht es jedoch eine Abklärung; gezielte Traumabearbeitung ist keine Aufgabe, die dieser Artikel anleitet.
Welche Verfahren gehören zur Traumatherapie?
Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie
Hier werden traumabezogene Erinnerungen und ihre Bedeutungen gezielt in die Behandlung einbezogen. Je nach Verfahren geht es unter anderem darum, belastende Bewertungen zu überprüfen, Erinnerungen zu verarbeiten, Vermeidung abzubauen und wieder mehr Handlungsmöglichkeiten im Alltag zu gewinnen. Zu dieser Gruppe gehören verschiedene ausgearbeitete Behandlungsansätze; der gemeinsame Oberbegriff bedeutet nicht, dass jede Sitzung gleich abläuft.
EMDR
EMDR ist ein eigenes strukturiertes Vorgehen, bei dem die Arbeit an belastenden Erinnerungen unter anderem mit bilateraler Stimulation verbunden wird. Häufig sind dies geführte Augenbewegungen. Eine fachgerechte Behandlung umfasst mehr als diesen sichtbaren Bestandteil. Sie benötigt diagnostische Einordnung, Vorbereitung, eine begründete Auswahl der Erinnerungen und eine geeignete Begleitung.
Traumabehandlung mit Schematherapie
Frühere belastende Erfahrungen können mit anhaltender Scham, strenger Selbstkritik oder Schwierigkeiten in Beziehungen verbunden sein. In meiner verhaltenstherapeutischen Arbeit beziehe ich dafür schematherapeutische Konzepte ein: Welche emotionalen Bedürfnisse wurden verletzt? Welche Muster und inneren Zustände werden heute aktiviert? Wie lassen sich gegenwärtige Reaktionen besser verstehen und verändern? Die Grundlagen erläutert der Artikel zur Schematherapie als Erweiterung der KVT.
Welche Rolle diese Arbeit im Behandlungsplan erhält, hängt vom Befund und Ihren Zielen ab. Schematherapeutische Elemente sind nicht automatisch mit einem bestimmten leitliniengeprüften PTBS-Behandlungsprotokoll gleichzusetzen.
EFT: Klopfakupressur und Forschungsstand
Emotional Freedom Techniques (EFT) verbinden das Ansprechen belastender Themen mit dem Beklopfen bestimmter Körperpunkte. Ich setze EFT bei passender Indikation ergänzend ein. Für die Einordnung sind mögliche Symptomveränderungen, die Qualität der Studien und Erklärungen zum Wirkmechanismus getrennt zu betrachten.
Eine Meta-Analyse von Chen und Kollegen (2025) mit 13 Studien und 621 Teilnehmenden berichtet eine Verringerung von PTBS-Beschwerden. Verbesserungen wurden auch in Nachbeobachtungen bis zu drei Monaten gefunden. Solche Ergebnisse sind ein positives Signal; sie beweisen für sich allein keine Gleichwertigkeit mit traumafokussierter KVT. Studienübersicht 2025
Ein Review von Ashoorion und Kollegen (2026) zu ergänzenden Behandlungen bei Veteranen bewertet den Nutzen von EFT ebenfalls positiv, bezeichnet die Datenbasis jedoch als sehr begrenzt. Seine EFT-Aussage stützt sich auf eine kleine randomisierte Studie; eine weitere Untersuchung wurde wegen ihrer Auswertung als Beobachtungsstudie behandelt. Die Literatursuche reicht bis Dezember 2023. Das neuere Erscheinungsjahr bedeutet daher keine vollständig neue Studienbasis. Review 2026
Auch die häufig zitierte EFT-Meta-Analyse von 2023 muss kritisch gelesen werden. Sie umfasst sechs Studien und findet stärkere Effekte gegenüber Wartelisten als gegenüber aktiven Behandlungen. Ein methodischer Kommentar von 2024 kritisiert unter anderem die weitgehende Überschneidung mit älteren Auswertungen und die ausschließliche Verwendung von Selbstauskunftsmaßen in den eingeschlossenen Studien. Zudem bestehen bei Teilen des Autorenteams Verbindungen zur EFT-Ausbildung beziehungsweise Vergütung für EFT-Publikationen und Vorträge. Das widerlegt Ergebnisse nicht automatisch, macht unabhängige Replikationen aber besonders wichtig. Meta-Analyse 2023, methodischer Kommentar 2024
Die VA/DoD-Leitlinie von 2023 sieht für EFT bei PTBS keine ausreichende Evidenz für eine Empfehlung dafür oder dagegen. Sie empfiehlt bestimmte traumafokussierte Psychotherapien deutlich stärker. Mein Fazit: EFT kann als ergänzender Ansatz besprochen werden; es wird hier weder als gleichwertiger Ersatz für etablierte PTBS-Behandlungen noch mit einer wissenschaftlich gesicherten „Energieblockaden“-Erklärung dargestellt. Ob ein Nutzen speziell auf das Klopfen bestimmter Punkte zurückgeht, lässt sich aus Verbesserungen nach dem gesamten Behandlungspaket allein nicht ableiten. VA/DoD, Empfehlung 10
Weitere traumatherapeutische Zugänge
Auch andere Verfahren beschäftigen sich mit Traumafolgen, etwa psychodynamische und imaginative Ansätze. Ihre theoretische Ausrichtung und die Forschungsgrundlage unterscheiden sich. Das österreichische Gesundheitsportal bietet dazu eine Übersicht. Die bloße Verwendung innerer Bilder macht eine Behandlung weder zu EMDR noch zu einer bestimmten traumafokussierten Therapie. Gesundheitsportal: Traumatherapie
Was empfehlen Leitlinien?
Die britische Leitlinie NICE NG116 empfiehlt für Erwachsene mit PTBS beziehungsweise klinisch bedeutsamen Symptomen unter bestimmten Bedingungen traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR. Sie betont qualifizierte Behandelnde, validierte Vorgehensweisen und einen an den Bedarf angepassten Umfang. Je nach Situation können mehr Sitzungen erforderlich sein. NICE NG116
Diese Empfehlungen sind keine Rangliste für jede individuelle Situation. Sie gelten für beschriebene Patientengruppen und Behandlungsbedingungen. Aus ihnen folgt weder, dass jede Form allgemeiner Gesprächstherapie eine PTBS ausreichend behandelt, noch dass eine bestimmte Methode für jede Person automatisch die beste Wahl ist.
Für eine Entscheidung sind deshalb konkrete Fragen hilfreicher als ein bloßes Methodenschild: Welches Problem soll behandelt werden? Welches Vorgehen ist dafür vorgesehen? Welche Erfahrung besteht damit? Wie wird überprüft, ob sich Beschwerden und Alltag tatsächlich verbessern?
Wie kann eine Behandlung aufgebaut sein?
Zunächst werden Beschwerden, aktuelle Lebensumstände, bisherige Behandlungen und mögliche Risiken erhoben. Äußere Sicherheit gehört dazu: Besteht die belastende Situation weiter, muss das bei der Planung berücksichtigt werden. Auch körperliche Erkrankungen, Substanzkonsum und andere psychische Beschwerden können Einfluss auf das Vorgehen haben.
Danach werden Ziele und ein nachvollziehbarer Behandlungsplan besprochen. Unterstützung bei der Orientierung im Alltag und im Umgang mit Belastung kann ein Bestandteil sein. Daraus folgt jedoch keine starre Vorschrift, dass jede Person vor einer gezielten Traumabearbeitung dieselbe lange Vorbereitungsphase durchlaufen muss. Der Bedarf wird individuell geklärt.
Wenn eine traumafokussierte Behandlung angezeigt und vereinbart ist, werden die nächsten Schritte gemeinsam vorbereitet. Die Person soll verstehen, was geschieht und warum. Eine spätere Überprüfung fragt nicht nur nach der Erinnerung selbst, sondern auch nach Schlaf, Alltag, Beziehungen und dem Umgang mit Auslösern.
Muss ich beim ersten Gespräch alles erzählen?
Ein Erstgespräch ist keine Aufforderung, ohne Vorbereitung jedes Detail einer belastenden Erfahrung zu schildern. Sie können zunächst über die heutigen Auswirkungen sprechen: beispielsweise Schlaf, Vermeidung, Konzentration oder Schwierigkeiten im Kontakt. Für eine sichere Einordnung braucht es bestimmte Informationen; deren Umfang und Reihenfolge lassen sich besprechen.
Eine hilfreiche Vorbereitung wäre eine kurze Notiz: Was belastet mich derzeit am stärksten? Seit wann? Was vermeide ich? Was hilft mir im Moment? Welche Unterstützung besteht bereits? Wenn Sie befürchten, nach dem Gespräch sehr belastet zu sein, sprechen Sie das vorab an.
Sie dürfen nachfragen, Pausen wünschen und mitteilen, wenn etwas zu schnell geht. Informierte Zustimmung und eine verständliche Begründung sind auch dann wichtig, wenn die Behandlung anstrengende Themen umfasst. Das Ziel ist keine möglichst intensive Sitzung, sondern ein fachlich passendes Vorgehen.
Welche Rolle spielt Vermeidung?
Nach einer belastenden Erfahrung kann Ausweichen zunächst vor Überforderung schützen. Wenn jedoch immer mehr Orte, Gespräche oder Tätigkeiten wegfallen, kann der Alltag zunehmend enger werden. Ob und wie eine Annäherung sinnvoll ist, hängt von der tatsächlichen Sicherheit und vom gesamten Befund ab.
Die Gegenüberstellung „Vermeidung ist immer schlecht“ wäre deshalb zu einfach. Eine reale Gefährdung zu verlassen ist etwas anderes, als eine heute sichere Situation wegen einer Erinnerung zu meiden. Diese Unterscheidung ist ein wichtiger Teil der Abklärung. Allgemeine Hinweise zum Mechanismus finden Sie im Artikel über Vermeidungsverhalten bei Angst; eine Traumafolgestörung benötigt darüber hinaus ihre eigene Einordnung.
Traumatherapie online oder in einer Praxis?
Das geeignete Setting hängt unter anderem von Symptomschwere, Sicherheit, verfügbarer Unterstützung und dem konkreten Verfahren ab. Für ein Onlinegespräch sind ein ungestörter Raum, eine verlässliche Verbindung und ein geklärter Umgang mit Unterbrechungen wichtig. Ein digitaler Zugang allein macht eine Behandlung nicht automatisch geeignet.
Bei erheblicher Instabilität oder einem höheren Versorgungsbedarf können persönliche, multiprofessionelle oder stationäre Angebote erforderlich sein. Auch eine spezialisierte Traumabehandlung kann sinnvoll sein. Diese Entscheidung sollte aus der fachlichen Abklärung entstehen und nicht aus dem Wunsch, ein bestimmtes Buchungsformat unbedingt passend zu machen.
Meine Arbeitsweise bei Traumafolgen
Meine Grundlage ist Verhaltenstherapie. Ich biete traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und Traumabehandlung mit schematherapeutischen Konzepten an. EFT kann ergänzend hinzukommen, wenn wir seinen Einsatz nach Aufklärung über die begrenztere Evidenz gemeinsam für passend halten. Die in diesem Artikel erläuterten anderen Verfahren, etwa EMDR, beschreiben die Behandlungslandschaft und sind keine Angabe zu meinem eigenen Angebot.
Im Erstgespräch besprechen wir Ihre aktuellen Beschwerden, die Auswirkungen im Alltag und Ihre Ziele. Anschließend klären wir, welches Vorgehen und welches Setting fachlich passen. Bei höherem Versorgungsbedarf können zusätzliche oder spezialisierte Angebote erforderlich sein. Sie müssen für die erste Anfrage keine ausführliche Beschreibung der traumatischen Erfahrung vorbereiten.
Die Behandlung ist in meiner Praxis in 1060 Wien und bei geeignetem Rahmen online möglich. Ein Einzelgespräch dauert 50 Minuten und kostet 150 Euro. Ein Online-Erstgespräch können Sie direkt über den Kalender buchen. Für einen Praxistermin nutzen Sie das offene Kontaktformular auf dieser Seite.
Mehr über die therapeutische Grundlage erfahren Sie unter Verhaltenstherapie: Ablauf und Erstgespräch; meine Ausbildung und meinen beruflichen Hintergrund beschreibt Über mich.
Häufige Fragen zur Traumatherapie
Ist jedes schwere Erlebnis ein Trauma?
Im Alltag wird das Wort weit verwendet. Für die klinische Einordnung müssen Art des Ereignisses, Reaktion und spätere Beschwerden genauer betrachtet werden. Auch wenn keine PTBS vorliegt, kann ein Erlebnis behandlungsbedürftige Belastungen auslösen. Unterstützung hängt nicht davon ab, ob Sie selbst bereits den richtigen Begriff kennen.
Muss ich mich an alles erinnern können?
Nein. Erinnerungslücken oder eine unsichere zeitliche Einordnung sollten im Gespräch beschrieben werden. Sie sind weder ein Beweis für ein bestimmtes Ereignis noch eine Aufforderung, fehlende Erinnerungen zu rekonstruieren. Die Behandlung orientiert sich an einer sorgfältigen Abklärung der vorhandenen Beschwerden.
Sind Entspannungsübungen bereits Traumatherapie?
Sie können beim Umgang mit Belastung unterstützen. Eine spezifische Behandlung einer PTBS umfasst jedoch mehr als allgemeine Entspannung. Ob eine Übung hilfreich ist, wird individuell geprüft; auch eine häufig empfohlene Technik muss nicht für jede Person passen.
Ist EFT dasselbe wie emotionsfokussierte Therapie?
Nein. EFT bezeichnet hier Emotional Freedom Techniques, also Klopfakupressur. Die Abkürzung wird auch für emotionsfokussierte Therapie verwendet. Diese Ansätze haben unterschiedliche Grundlagen und Forschungsstände; Aussagen über den einen Ansatz lassen sich nicht auf den anderen übertragen.
Wie lange dauert die Behandlung?
Es gibt keine für alle passende Sitzungszahl. Verfahren, Belastungsdauer, weitere Beschwerden und Lebensumstände beeinflussen die Planung. Eine verständliche Erklärung von Zielen und Verlauf ist hilfreicher als eine vorab versprochene Heilungsdauer.
Was mache ich bei akuter Gefährdung?
Bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Sie Ihre Sicherheit nicht gewährleisten können, wenden Sie sich an eine örtliche Notfallversorgung. Warten Sie damit nicht auf einen regulären Kalendertermin oder eine Antwort auf ein Kontaktformular. Ein Online-Erstgespräch ist kein Notfalldienst.
Quellen und Einordnung
- Chen et al. (2025): systematische Übersicht und Meta-Analyse zu EFT bei PTBS. 13 Studien, 621 Teilnehmende.
- Ashoorion et al. (2026): Review ergänzender Ansätze bei Veteranen mit PTBS. Für EFT sehr begrenzte Datenbasis; Recherche bis Dezember 2023.
- Stapleton et al. (2023): EFT-Meta-Analyse und Pfund et al. (2024): methodischer Kommentar. Positive Ergebnisse und kritische Einordnung gemeinsam lesen.
- VA/DoD (2023): PTBS-Leitlinie, Empfehlung 10. Evidenz für EFT nicht ausreichend für eine Empfehlung dafür oder dagegen.
- Österreichisches Gesundheitsportal: diagnostische Abklärung von Traumafolgen.
- Österreichisches Gesundheitsportal: Behandlung der PTBS. Überblick über Versorgung und Verfahren; keine Aussage über mein persönliches Leistungsspektrum.
- NICE NG116: Empfehlungen zur PTBS-Behandlung. Leitlinienempfehlungen gelten für die dort beschriebenen Bedingungen und ersetzen keine individuelle Behandlungsplanung.
- Oxford Health NHS: komplexe PTBS. Klinische Einordnung zusätzlicher Schwierigkeiten bei komplexen Traumafolgen.
Veröffentlicht am 9. Juni 2026. Zuletzt überarbeitet am 15. Oktober 2026.
Über Dr. Richard Blokesch
Dr. Richard Blokesch ist Psychotherapeut für Verhaltenstherapie und bezieht ergänzende schematherapeutische Elemente ein. Informationen zu Ausbildung und Arbeitsweise finden Sie unter Über mich.
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